Das Buch vom Leben - Band 1 

Das Prinzip der Dualität – Getrennte Wahrnehmung

Wir nehmen unser Leben meist in der Dualität wahr. Das getrennte Innere und Äußere macht uns verletzbar. Wir glauben an das Schicksal und wünschen uns Hilfe.

Wir nehmen uns von der Einheit getrennt wahr

Die meisten Menschen stellen sich ihr Leben und ihre Situation aber genau umgekehrt vor. Als ob es ein von uns getrenntes Äußeres und feste von außen vorgegebene Umstände, oder gar ein festes Schicksal gäbe, mit dem man klarkommen müsse und auf das man zu reagieren hat. Damit verbunden ist die Vorstellung, dass wir die Bedeutung von Geschehnissen und Umständen beurteilen könnten. Überhaupt, dass ein Urteil durch uns möglich sei. Wir glauben entsprechend, es gäbe Schicksalsschläge, Glück und Unglück, Gut und Böse für unser Leben. Und wir beurteilen es in der Regel sofort und empfinden dabei Glück, Zuneigung, Abneigung, Leid, beneiden oder bemitleiden andere, oder freuen uns für sie und viele weitere Emotionen. Vielleicht glauben wir sogar, dass all dieses von einer höheren Macht für uns oder sie vorbestimmt wäre.

Der richtende und grausame Gott

Diese Wahrnehmung einer äußeren Welt, die kontrolliert wird durch höheres Bewusstsein und letztlich unter der Regentschaft eines bestimmten Gottes steht sowie der Glauben an ein eigenes Urteilsvermögen sind es, die ein konkretes Bild und eine konkrete Vorstellung von Gott schaffen. Es handelt sich im Ergebnis dabei um einen intervenierenden Gott, der alles erschafft, eingreift, richtet und urteilt und der konkrete Anforderungen an uns besitzt. Die berühmten zehn Gebote sind nur ein kleiner Teil der Folge dieser Gedankenstruktur. Und da in dieser Vorstellung den Menschen das höhere Schicksal und das Leid von außen ereilt, empfinden es viele als äußerst ungerecht, zu hart oder grausam, was sie selbst oder andere erdulden müssen. Es entsteht daraus die so häufig vorkommende Frage, wieso denn ein allmächtiger Gott all diese Grausamkeiten zulassen würde und was für ein Sinn dahinter stecken könne. Manche Menschen verzweifeln an dieser Frage.

Wir wünschen uns Hilfe von „oben“

Viele wünschen sich möglichst viel „Gutes“ und Glück von außen für ihr Leben und für das ihrer Liebsten. Andere (wenige) wiederum sind der Ansicht oder predigen gar anderen, dass man die Dinge nur ausreichend genügsam und demütig betrachten müsse, die einem geschehen. Denn in jedem Geschehnis läge auch ein Gutes oder vielleicht nur das zu ertragende Schicksal. Dies ist aber wiederum nur die Sichtweise einer getrennten inneren und äußeren Welt.

Als Folge entstehen daraus Urteile, Ratschläge, Gefühle und Gedanken, dass man nicht in einer Einheit natürlich leben kann, sondern überleben muss. Dass man von außen verletzt werden kann und dass wir vor dieser Bedrohung immer auf der Hut sein sollten. Es wäre also hilfreich Ängste, Sorgen und Mechanismen zu entwickeln, die unserem Schutz dienen. Und die größte Übersteigerung dieser Wahrnehmung ist schließlich, dass Verletzungen, Leid und Schmerzen wichtig und sogar zwingend notwendig seien, um die notwendigen Erfahrungen des Lebens zu machen. Viele fühlen sich sogar gut und bestätigt, wenn sie schlimmste Schmerzen und Erfahrungen durchlebt und überlebt haben.  Es entsteht ein Gefühl der Reinigung, der Läuterung und ein Stück weiser geworden zu sein.

Leid entsteht durch uns selbst

In der Gesamtheit der Dinge ist aber sogar das Gegenteil der Fall. Wahrgenommene Verletzungen und Leid entstehen nach dem Prinzip der Einheit in unserem Inneren, also durch uns selbst. Und auch wenn man die recht weit verbreitete zutreffende Aussage vieler spiritueller Lehrer gehört und verstanden hat, dass es auf einer höheren Ebene keine Dualität gibt und dass wir in Wirklichkeit alle Eins sind, fehlt doch zumeist die entscheidende Botschaft: Wir erzeugen durch unseres Inneres das Äußere selbst. Und dies geschieht in wesentlich stärkerem Maße und viel realer, als die meisten Menschen sich dies vorstellen mögen. Ein Wissen um die Einheit nützt also wenig, wenn wir nicht wissen, welche Kraft in uns wohnt, die wir täglich unterbewusst einsetzen und mit der wir unsere Realität und sogar unsere Zukunft gestalten. Auf diesen elementaren Zusammenhang werde ich im Laufe dieses Buches immer wieder Bezug nehmen.

Unsere Wahrnehmung eines getrennten Inneren und Äußeren schafft die Voraussetzung aller Verletzungen, die wir erfahren. Tatsächlich gestaltet uns die eigene gelebte Dualität (= Karma) aber so, dass wir Leid und Schicksalsschläge energetisch anziehen. Dies gilt sowohl für unsere jetzige als auch für kommende Inkarnationen.