Das Buch vom Leben - Band 1 

Das Prinzip der Dualität – Die Urverletzung

Wieso können wir die wahrgenommene Dualität trotz Religionen und spiritueller Meister kaum überwinden? Die Urverletzung der Seele muss erkannt werden.

Wieso durchbrechen wir das Rad des Leidens nicht?

Spannend ist die Frage, aus welchen Gründen wir uns getrennt von der Einheit sehen. Was treibt dieses Rad des Leidens unentwegt an? Wieso ist es für die meisten Menschen offensichtlich nicht einfach, sich zu erlösen? Können wir durch Einsicht und Erfahrung diese Wahrnehmung ablegen? Wenn ja, dann wieso ist es über Jahrtausende nur so wenigen Menschen gelungen? Helfen die Religionen und spirituellen Meister nur so wenig auf dem Weg der Erleuchtung? Gelingt es aus eigener Kraft, durch eigenes Tun, oder sind wir auf Hilfe und Gnade angewiesen? Ist Leid notwendig?

Gründe für den Leidensweg

Die Antwort auf all die oben genannten Fragen lassen sich durch die folgenden drei Problembereiche erklären:

  1. Urverletzung der Seele
  2. Trennung der Seele
  3. Verletzungen im Unterbewusstsein

 In diesem Kapitel werde ich nur Erläuterung des Kernaspektes der Urverletzung geben, um ein besseres Begriffsverständnis für die weiteren Ausführungen zu schaffen. Sie wird im Rahmen dieses Buches und besonders in Band 2 und 3 noch zahlreiche Male direkt und indirekt besprochen werden.

Die Urverletzung allen Seins

Bei der Abspaltung von Bewusstsein von Gott, also bei der Entstehung höheren Lebens,  entstand und entsteht das Unfassbare, die Trennung vom Unendlichen. Kein Bewusstsein kann und wird dies je verstehen, außer Gott selbst. Selbst das Wissen um diesen Umstand kann die Verletzung nicht direkt heilen, da sie zu groß ist, um sie isoliert erfassen zu können. Nur das Zurückgehen zu Gott, das Aufgeben der Abspaltung, bedeutet in letzter Instanz die Heilung von der Urverletzung. Jedes Wesen trägt diese Verletzung im Tiefsten seines Inneren in sich. Es ist der Ursprung aller Wahrnehmung vom Getrenntsein, der Ursprung aller Abwesenheit von Liebe und damit aller Ängste.

Es ist aber auch gleichzeitig der Quell der eigenen Identifikation, der Wahrnehmung des (eigenen) Seins. In ihr liegt die Triebfeder aller Veränderung, Wandlung und Zerstörung, damit sich alles transformieren und bewegen kann.

Jedes höhere Bewusstsein, dass sich direkt von Gott abgespalten hat und weiteres Leben hervorbringt, vererbt diese Urverletzung an alle seine Erben im vollen Maße weiter. Gleiches gilt für alle weiteren Erschaffungen von Sein. Die menschlichen Seelen sind im gleichen und vollen Maße davon betroffen.

Die Urverletzung bedeutet: Jedes Bewusstsein ist von Gott tatsächlich getrennt und dadurch enorm verletzt. Dies ist die Triebfeder von Wandel und Leben.